Filmen für den Marte Meo Practitioner

In der Practitioner-Ausbildung arbeiten wir mit kurzen Filmsequenzen aus dem Alltag.

Durch die Filme werden kleine Momente sichtbar, die im Alltag oft übersehen werden.
Sie helfen dir, Kommunikation bewusster wahrzunehmen, Entwicklung zu erkennen und unterstützendes Verhalten gezielt einzusetzen. So stärkst du deinen Blick für gelingende Interaktionen im Alltag.

Was kannst du filmen?

Für die Ausbildung filmst du dich in kurzen Begegnungen und Alltagssituationen mit Menschen aus deinem Berufsalltag.

Es folgen einige Beispiele, die du auf deinen Arbeitsalltag übertragen kannst.

Bei Marte Meo wird zwischen freien und strukturierten Situationen unterschieden. Details dazu findest du in deinen Marte Meo-Einführungsunterlagen.

Kinder und Jugendliche

Camera Camera

Freie Situationen

Das Kind darf sich mit offenem Material beschäftigen, zum Beispiel mit Knete, Autos oder Lego, und seinen eigenen Ideen folgen. Es gibt keine festen Regeln oder vorgegebenen Lösungen.

Deine Aufgabe während des filmens:
Du wartest aufmerksam, nimmst die Initiativen des Kindes wahr, folgst ihnen und benennst, was geschieht.

Zum Beispiel beim:

  • spielen
  • zeichnen
  • plaudern
  • ein Buch anschauen
Camera Camera

Strukturierte Situationen

Das Kind hat eine Aufgabe zu bewältigen oder ein Ziel zu erreichen.
Die Situation gibt einen Ablauf oder eine Struktur vor.

Deine Aufgabe dabei:
Du begleitest das Kind Schritt für Schritt, gibst dort Unterstützung, wo sie nötig ist.

Zum Beispiel beim:

  • anziehen
  • Zähne putzen
  • Znüni vorbereiten
  • backen, kochen
  • Regelspiele spielen
  • Hausaufgaben erledigen
  • etwas erklären

Im Kindergarten oder in der Schule können auch Lern-, Unterstützungs- oder Anleitungssituationen gefilmt werden.

Pflege und Betreuung

Camera Camera

Freie Situationen

Die begleitete Person muss nichts leisten oder erreichen.
Es gibt keine Aufgabe, keine festen Regeln und kein vorgegebenes Ziel.

Deine Aufgabe während des filmens:
Du wartest aufmerksam, beobachtest und gehst auf die Interessen und Initiativen deines Gegenübers ein.

Zum Beispiel beim:

  • gemeinsamen Anschauen eines Fotoalbums
  • zuhören, wenn jemand erzählt
  • gemeinsam am Tisch sitzen
  • Begegnen im Flur oder im Garten
Camera Camera

Strukturierte Situationen

Die begleitete Person hat eine Aufgabe zu bewältigen oder ein Ziel zu erreichen. Die Situation gibt einen Ablauf oder eine Struktur vor.

Deine Aufgabe während des filmens:
Du begleitest die anvertraute Person Schritt für Schritt, gibst dort Unterstützung, wo sie nötig ist.

Zum Beispiel beim:

  • Anziehen unterstützen
  • mobilisieren
  • rasieren
  • Zähne putzen begleiten
  • Essen eingeben

Auf Mitarbeiterebene:

  • eine Tätigkeit erklären oder anleiten
  • Organisatorisches besprechen
  • ein Gespräch führen
  • eine Sitzung leiten
  • Lernende oder Mitarbeitende begleiten

Wichtig beim Filmen

Bitte beachte folgende Punkte:

  • Die Filmsequenz sollte max. ca. 3–5 Minuten dauern.
  • Filme möglichst nah, damit die Interaktion gut sichtbar ist.
  • Die Gesichter der beteiligten Personen sollen gut sichtbar sein.
  • Die Intimsphäre wird geschützt.
    Keine sensiblen Situationen filmen.
  • Keine Problemsituationen filmen.
  • Filme möglichst in einer ruhigen Umgebung.
  • Achte auf genügend Licht.

Datenschutz

Für freiberuflich Tätige

Bitte kläre vor dem Filmen sorgfältig ab, ob alle Beteiligten mit der Aufnahme einverstanden sind und die Rahmenbedingungen stimmen.

Checkliste vor dem Filmen:

  • Schriftliche Filmeinwilligung der beteiligten Personen einholen
  • Bei Kindern sowie bei Menschen, die ihre Zustimmung nicht selbstständig geben können, das Einverständnis der sorgeberechtigten oder vertretungsberechtigten Personen einholen
  • Transparent erklären:
    • wozu gefilmt wird
    • wer die Sequenzen sieht
    • wie lange die Aufnahmen verwendet werden
  • Für das Filmen geschützte und dafür vorgesehene Geräte verwenden. z. B. Smartphone, Tablet oder Kamera mit Passwortschutz
  • Aufnahmen sicher speichern und vor fremdem Zugriff schützen
  • Filmsequenzen nicht über unsichere Kanäle versenden
    • z. B. keine Weiterleitung über WhatsApp oder Social Media
  • Beim Hochladen oder Versenden geschützte Dienste verwenden
    • z. B. SwissTransfer oder passwortgeschützte Plattformen
  • Nur kurze Sequenzen filmen, die für die Reflexion notwendig sind
  • Auf respektvolle und würdevolle Situationen achten
  • Keine Aufnahmen in belastenden oder entwürdigenden Situationen erstellen
  • Prüfen, ob im jeweiligen Arbeitsbereich zusätzliche Datenschutzvorgaben gelten

Für Mitarbeitende in Institutionen

Bitte halte dich zusätzlich zu den allgemeinen Datenschutzrichtlinien immer an die internen Vorgaben deiner Institution.

Checkliste vor dem Filmen:

  • Prüfen, ob eine aktuelle Filmeinwilligung der begleiteten Person vorliegt
  • Bei Unsicherheit Rücksprache mit der zuständigen Leitung oder Fachperson halten
  • Interne Datenschutz- und Schweigepflichtregelungen beachten
  • Nur mit von der Institution erlaubten Geräten filmen
    • z. B. Diensthandy, Institutionskamera oder geschützte Geräte
  • Keine privaten Geräte verwenden, wenn dies institutionell nicht erlaubt ist
  • Aufnahmen ausschliesslich auf freigegebenen Systemen speichern
  • Filmsequenzen nicht lokal oder ungeschützt weiterleiten
  • Für den Austausch nur freigegebene Plattformen oder sichere Transferdienste nutzen
  • Darauf achten, dass keine sensiblen Daten sichtbar sind
    • z. B. Akten, Namen, Bildschirme oder Medikamentenlisten
  • Nur Situationen filmen, die für die fachliche Reflexion relevant sind
  • Würde, Schutz und Privatsphäre der begleiteten Personen jederzeit wahren
  • Bei Unsicherheiten frühzeitig Rücksprache mit der Leitung oder Datenschutzverantwortlichen nehmen

Wichtiger Hinweis:
Die Verantwortung für Datenschutz, Schweigepflicht sowie das Einholen und Prüfen der Filmeinwilligungen liegt bei den Teilnehmenden beziehungsweise bei der jeweiligen Institution. Bitte halte dich an die in deinem Arbeitsfeld geltenden rechtlichen und institutionellen Vorgaben.

Filme senden

Bitte sende deinen Film spätestens 4 Tage vor dem nächsten Ausbildungstag an:

info@claudiaberther.ch

Zum Beispiel über:

  • SwissTransfer
  • WeTransfer
  • oder über einen Upload-Link von mir

Die Verantwortung für die Wahl der Übermittlung liegt bei dir.

Was geschieht mit den Filmen?

Alle Filmaufnahmen werden vertraulich behandelt und ausschliesslich für die Ausbildung verwendet.

Die Filme werden während der Ausbildungszeit sicher gespeichert und nach Abschluss der Ausbildung gelöscht.

Qualitätssicherung

Zur fachlichen Qualitätssicherung finden regelmässige Supervisionen mit Maria Aarts statt.
Dabei werden keine personenbezogenen Daten weitergegeben.