Filmen für den Marte Meo Therapist und Trainer (Plus)

Diese Ausbildung ist praxisorientiert: Du arbeitest von Beginn an mit Video. Wir analysieren deine Sequenzen gemeinsam im Kurs, und du setzt das Gelernte direkt in deiner Beratung um.

  • In der Marte Meo Therapist- und Trainer-Ausbildung arbeiten wir mit kurzen Filmsequenzen aus dem Alltag deiner zu Beratenden – Eltern, Angehörige oder Fachpersonen aus deinem Berufsumfeld.
  • Gefilmt werden alltägliche Interaktionsmomente der Person, die du berätst – etwa mit ihrem Kind, einer betreuten Person oder ihrem Team.
  • Durch die Filme werden kleine Momente sichtbar, die im Alltag oft übersehen werden.
  • Sie helfen dir, individuell auf die Fragen und Wünsche in der Beratung einzugehen und Entwicklungs- oder Unterstützungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Auf dieser Seite findest du alles, was du für deine ersten Aufnahmen brauchst.

Dein erster Filmauftrag

Für den ersten Ausbildungstag bringst du zwei Filmsequenzen von je maximal fünf Minuten mit: eine strukturierte und eine freie Situation.

Gefilmt wird eine alltägliche Interaktion zwischen der Person, die du berätst, und ihrem Gegenüber – je nach deinem Arbeitsfeld also Mutter oder Vater mit ihrem Kind, eine angehörige Person mit der Person, die sie betreut, oder eine Fachperson mit einem Kind, einer betreuten Person oder ihrem Team.

Wer filmt?

Beides ist möglich – entscheide danach, was in deiner Situation einfacher ist:

  • Du filmst selbst. Das eignet sich besonders für den Einstieg. Die Person, die du berätst, weiss zu Beginn oft noch nicht genau, worauf es ankommt, und du kannst Bildausschnitt und Länge direkt steuern.
  • Die Person, die du berätst, filmt selbst. Du erteilst den Filmauftrag, sie nimmt in ihrem Alltag auf und stellt dir die Sequenz zum Beispiel über www.swisstransfer.com zu.

In beiden Fällen gilt: Die Kamera bleibt möglichst ruhig auf die Situation gerichtet und die Gesichter der beteiligten Personen sind gut sichtbar.

Filme mit in die Ausbildung bringen
Die Filme bringst du direkt an den Ausbildungstag mit und sendest sie mir nicht vorgängig zu. Speichere sie dafür auf einem USB-Stick oder einer externen Festplatte und bringe auch deinen Laptop mit. Der Transferdienst dient nur dem sicheren Übertragen der Filme von der Person, die du berätst, zu dir.

Alle Informationen zu freien und strukturierten Situationen, zum Filmauftrag und zum Datenschutz findest du weiter unten auf dieser Seite.

So erteilst du den Filmauftrag

Wenn du selbst filmst:

  • Du bittest die Person, die Situation so zu gestalten wie sonst auch.
  • Du hältst dich im Hintergrund und greifst nicht ein – auch nicht mit Hinweisen oder Kommentaren.

Wenn die Person, die du berätst, selbst filmt:

  • Du benennst die Situation konkret: welche Art von Moment, mit wem, wie lange.
  • Du klärst, wer die Kamera hält: ein Stativ, ein fest aufgestelltes Handy oder eine weitere Person.
  • Du besprichst vorab die Filmeinwilligung und den sicheren Übertragungsweg.
  • Du vereinbarst, bis wann du die Sequenz erhältst.

Bei Marte Meo unterscheiden wir zwischen freien und strukturierten Situationen. Es folgen einige Beispiele, die du auf deinen Arbeitsalltag übertragen kannst.

Freie Situationen

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Kinder und Jugendliche

Das Kind beschäftigt sich mit offenem Material, zum Beispiel mit Knete, Autos oder Lego, und folgt seinen eigenen Ideen. Es gibt keine festen Regeln und keine vorgegebene Lösung.

Im Bild sind das Kind und die Person, die du berätst – zum Beispiel Mutter, Vater oder eine Fachperson.

Zum Beispiel beim:

  • Spielen
  • Zeichnen
  • Plaudern
  • Buch anschauen
Camera Camera

Pflege und Betreuung

Die begleitete Person gestaltet den Moment so, wie er für sie stimmig ist. Es gibt keine Aufgabe und kein vorgegebenes Ziel.

Im Bild sind die begleitete Person und die Person, die du berätst – zum Beispiel eine angehörige Person oder eine Mitarbeiterin.

Zum Beispiel beim:

  • gemeinsamen Anschauen eines Fotoalbums
  • Zuhören, wenn jemand erzählt
  • gemeinsamen Sitzen am Tisch
  • Begegnen im Flur oder im Garten
Camera Camera

Gespräche ohne Zielvorgabe

Im Gespräch muss niemand etwas leisten oder erreichen. Es geht nicht darum, anzuleiten, zu beraten oder ein Problem zu lösen.

Im Bild sind die Person, die du berätst, und ihr Gegenüber – zum Beispiel Mitarbeitende, Lernende oder Studierende.

Zum Beispiel beim:

  • lockeren Gespräch im Alltag, z. B. in der Pause
  • Kennenlerngespräch
  • Gespräch vor oder nach einer Sitzung

Strukturierte Situationen

Camera Camera

Kinder und Jugendliche

Das Kind hat eine Aufgabe zu bewältigen oder ein Ziel zu erreichen. Die Situation gibt einen Ablauf oder eine Struktur vor.

Im Bild sind das Kind und die Person, die du berätst, während sie das Kind Schritt für Schritt begleitet.

Zum Beispiel beim:

  • Anziehen
  • Zähne putzen
  • Znüni vorbereiten
  • Backen oder Kochen
  • Regelspiele spielen
  • Hausaufgaben erledigen
  • Erklären

In Kindergarten oder Schule eignen sich auch Lern-, Unterstützungs- oder Anleitungssituationen.

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Pflege und Betreuung

Die begleitete Person hat eine Aufgabe zu bewältigen oder ein Ziel zu erreichen. Die Situation gibt einen Ablauf oder eine Struktur vor.

Im Bild sind die begleitete Person und die Person, die du berätst, während sie Schritt für Schritt unterstützt.

Zum Beispiel beim:

  • Anziehen
  • Mobilisieren
  • Rasieren
  • Zähne putzen
  • Essen eingeben
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Zielorientierte Gespräche

Das Gespräch verfolgt ein klares Anliegen oder Ziel: Informationen vermitteln, gemeinsam Lösungen entwickeln, etwas besprechen oder Entscheidungen vorbereiten.

Im Bild sind die Person, die du berätst, und ihr Gegenüber.

Zum Beispiel beim:

  • Mitarbeiter:innengespräch
  • Standortgespräch
  • Unterricht oder Schulung
  • Feedbackgespräch
  • Anleiten einer Person

Nach jedem Ausbildungstag wird der neue Filmauftrag und der nächste Entwicklungsschritt besprochen.

Wichtig beim Filmen

Diese Punkte gelten für die Aufnahme – ob du selbst filmst oder die Person, die du berätst:

  • Die Filmsequenz dauert maximal drei bis fünf Minuten.
  • Filme möglichst nah, damit die Interaktion gut sichtbar ist.
  • Die Gesichter beider Personen sollen gut sichtbar sein – auch die der Person, die du berätst.
  • Wähle die Position so, dass du das Gesicht des Kindes oder der begleiteten Person siehst und nicht nur den Rücken.
  • Filme möglichst in einer ruhigen Umgebung und achte auf genügend Licht.
  • Die Intimsphäre wird geschützt. Filme keine sensiblen Situationen.
  • Filme keine Problemsituationen.
  • Bleib während der Aufnahme im Hintergrund und greif nicht ein.

Das Review filmen

Während der Ausbildung filmst du auch deine eigenen Beratungsgespräche. Diese Reviews schauen wir gemeinsam an – sichtbar wird dabei, wie du die Bilder einsetzt und wie dein Gegenüber darauf reagiert.

Die ersten zwei bis drei Reviews: von hinten filmen

Die Kamera steht hinter euch, ihr sitzt mit dem Rücken zur Kamera. So ist der gezeigte Film mit im Bild, und ich kann dir Hinweise direkt anhand der Momente geben, die du deinem Gegenüber zeigst.

  • Beratung am Laptop: Kamera hinter euch, so dass der Bildschirm gut lesbar ist.
  • Beratung mit Beamer: Setzt euch so vor die projizierte Fläche, dass ihr beide und der Film im Bild seid.

Danach: von vorne filmen

Die Kamera steht euch gegenüber, so dass dein Gesicht und das Gesicht der Person, die du berätst, gut sichtbar sind.

Ausnahmen

Wenn die Räumlichkeiten es nicht zulassen oder wenn die Kamera zu stark ablenkt oder Unsicherheit auslöst, wähle die Position, die für euch beide stimmt. Eine Aufnahme unter erschwerten Bedingungen ist besser als keine.

Datenschutz

Hinweise für freiberuflich Tätige

Bitte kläre vor dem Filmen sorgfältig ab, ob alle Beteiligten mit der Aufnahme einverstanden sind und die datenschutzrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Checkliste vor dem Filmen:

  • Schriftliche Filmeinwilligung aller gefilmten Personen einholen – auch der Person, die du berätst.
  • Bei Kindern oder Personen, die ihre Zustimmung nicht selbstständig geben können, das Einverständnis der sorge- oder vertretungsberechtigten Person einholen.
  • Transparent informieren, wozu gefilmt wird, wer die Sequenzen sieht und wie lange sie verwendet werden.
  • Darauf hinweisen, dass die Einwilligung jederzeit zurückgezogen werden kann.
  • Nur mit geschützten Geräten filmen und Aufnahmen sicher speichern.
  • Filmsequenzen ausschliesslich über sichere Übertragungswege versenden (z. B. SwissTransfer oder passwortgeschützte Plattformen).
  • Die Würde und Privatsphäre aller Beteiligten jederzeit wahren.
  • Prüfen, ob in deinem Arbeitsbereich zusätzliche Datenschutzvorgaben gelten.

Hinweis für Mitarbeitende von Institutionen

Bitte halte dich neben den allgemeinen Datenschutzrichtlinien immer an die internen Vorgaben deiner Institution.

Checkliste vor dem Filmen:

  • Prüfen, ob für alle gefilmten Personen eine gültige Filmeinwilligung vorliegt.
  • Bei Mitarbeitenden, die du filmst, das Einverständnis persönlich einholen – auch wenn eine generelle institutionelle Regelung besteht.
  • Bei Unsicherheiten Rücksprache mit der zuständigen Leitung oder Fachperson halten.
  • Interne Datenschutz- und Schweigepflichtregelungen beachten.
  • Nur mit von der Institution freigegebenen Geräten filmen und Aufnahmen ausschliesslich auf den vorgesehenen Systemen speichern.
  • Filmsequenzen nur über freigegebene Plattformen oder sichere Transferdienste austauschen.
  • Darauf achten, dass keine sensiblen Daten sichtbar sind (z. B. Akten, Namen, Bildschirme oder Medikamentenlisten).
  • Die Würde und Privatsphäre aller Beteiligten jederzeit wahren.

Wichtiger Hinweis:
Die Verantwortung für Datenschutz, Schweigepflicht sowie das Einholen und Prüfen der Filmeinwilligungen liegt bei den Teilnehmenden beziehungsweise bei der jeweiligen Institution. Bitte halte dich an die in deinem Arbeitsfeld geltenden rechtlichen und institutionellen Vorgaben.

Was geschieht mit den Filmen?

Alle Filmaufnahmen werden vertraulich behandelt und ausschliesslich für die Ausbildung verwendet.

Die Filme bleiben während deiner gesamten Ausbildungszeit bei dir gespeichert. Du benötigst sie für deine Abschlusspräsentation. Nach Abschluss der Ausbildung werden alle Filme unwiderruflich gelöscht, sofern nichts anderes vereinbart wurde.

Qualitätssicherung

Zu meiner fachlichen Qualitätssicherung finden regelmässige Supervisionen mit Maria Aarts statt.
Dabei werden keine personenbezogenen Daten weitergegeben.